31.01.2016

Erfolgreich führen mit Resilienz - Teil 1

Wie Sie sich und Ihre Mannschaft gelassen durch Druck und Krisen steuern 1. Führungskraft braucht innere Kraft

1.1. Zwischen welchen Brocken stecken Sie fest?

 

Führungskräfte stecken häufiger, als sie es sich wünschen, in gewisser Weise fest, eingeklemmt zwischen ihren Idealvorstellungen und den Realitäten ihres Führungsalltags. Und alles, was sie tun, um sich zu befreien, scheint die Sache nur noch zu verschlimmern.

Manche Führungskräfte fühlen sich eingeklemmt, weil sie trotz aller Bemühungen den Aufstieg in die nächste Hierarchieebene nicht schaffen, andere müssen sich enttäuscht eingestehen, dass dort, wo sie jetzt sind, der Weg für sie zu Ende ist. Wieder andere leiden darunter, nicht so viel Einfl uss nehmen zu können, wie sie sich das wünschen würden, oder die Verantwortung für die Mitarbeiter lastet auf ihnen so schwer wie ein Stein.

Entdecken Sie innere und äußere Brocken ...

Was auch immer es bei Ihnen ist: Um loszukommen, müssen Sie sich keine Körperteile amputieren und auch in der Regel keine körperlichen Höllenqualen erleiden, wie Ralston sie durchstehen musste. Aber Sie müssen sich – genau wie der Extrembergsteiger – Ihrer Situation und den damit verbundenen schwierigen Gedanken und Gefühlen stellen. Auch Sie müssen sich innerlich eng mit dem verbinden, was Ihnen im Leben etwas bedeutet, und sich mit den eigenen Sehnsüchten, Träumen und Werten auseinandersetzen, wenn Sie die Felsbrocken beiseite räumen möchten, die Sie davon abhalten, einen wirklich guten Job zu machen und dabei zufrieden und erfüllt zu sein. Denn außer den Steinen,die uns so manche ungeliebte Arbeitsbedingung in den Weg legt, liegen einige Brocken in uns selbst und steuern unbemerkt unser Handeln, wenn wir uns das nicht klarmachen.

Aber nur wenn Sie Ihr Handeln bewusst steuern und sich selbst führen, werden Sie Ihre Führungs-Kraft steigern können. Nicht umsonst hat bereits in den 1960er-Jahren Peter Drucker, ein Vorreiter der Managementlehre, formuliert, dass für Führungskräfte zunächst die eigene Wirksamkeit im Vordergrund stehen muss. Anders gesagt: Nur wer sich selbst führen kann, kann andere wirksam führen.… und wachsen Sie daran!

Brocken wegräumen macht nicht immer Spaß, und es kann durchaus schmerz-haft sein, sich die Steine in unserem Innern einmal näher anzuschauen, aber es lohnt sich. Schon die Erkenntnis, dass da ein Stein in Ihnen quer liegt, lässt Ihre innere Kraft und damit Ihre Wirksamkeit als Führungskraft wachsen.

Überlegen Sie selbst: Welche Situationen in Ihrer Vergangenheit haben Sie weitergebracht? Waren es eher die locker-leichten, einfach zu durchlebenden Ereignisse in Ihrem Leben oder doch eher diejenigen, bei denen Sie auch einmal die Zähne aufeinanderbeißen mussten? Die Erlebnisse, die Ihnen Angst gemacht haben, Hindernisse, die zunächst unüberwindbar erschienen.

Ich vermute, dass es Ihnen so geht wie den meisten Menschen: Es sind meist die Situationen, in denen wir uns bis über unsere Kräfte hinaus belasten, die uns wachsen lassen und die im Nachhinein betrachtet dazu beigetragen haben, dass wir uns danach mehr zutrauen als zuvor.

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